2026 Pressemitteilung

Abschied von Gregor Lange

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In tiefer Trauer und mit einer Träne im Knopfloch nehmen wir Abschied von dem Dortmunder Polizeipräsidenten Gregor Lange, der zum 1. März Dortmund den Rücken kehrt und eine Stelle in Köln annimmt. In tiefer Dankbarkeit blicken wir auf die vergangenen zwölf Jahre zurück, die wir Dortmunder Nationalisten mit ihm verbringen durften. Doch wir wollen heute nicht nur trauern, dass diese Zeit vorbei ist, sondern wir wollen in lustigen Erinnerungen darüber schwelgen, was wir mit und durch Gregor Lange alles erleben durften.

Als Gregor Lange 2014 die Nachfolge von Norbert Wesseler als Polizeipräsident antrat, konnten wir noch nicht ahnen, was uns da für ein (unfreiwilliger) Motor für unseren politischen Aktivismus in Dortmund geschenkt wurde. Wie kaum ein anderer verstand der Sozialdemokrat es, das Personal der Polizei, deren Hauptaufgaben eigentlich Gefahrenabwehr, Kriminalitätsprävention und Strafverfolgung sein sollten, für politische Zwecke zu missbrauchen. Stück für Stück entwickelte sich das Polizeipräsidium in der Markgrafenstraße zu einem politischen Apparat, der ganz auf den Kampf gegen die Opposition von Rechts eingeschworen wurde.  

Doch was Gregor Lange nicht verstand – und es bis heute nicht zu verstehen gelernt hat: Damit erreichte er jedes Mal genau das Gegenteil von dem, was er sich erhofft hatte. Jede Schikane, jede Repression, jeder gescheiterte Einschüchterungsversuch war für uns der Anlass, noch mehr zu tun, noch aktiver zu sein, noch öfter auf die Straße zu gehen und noch deutlicher auf die Zustände in unserer Stadt aufmerksam zu machen. Und wenn dann mal zwischendurch bei manchem Kameraden eine gewisse Müdigkeit angesichts des Daueraktivismus eintrat, schaffte es Gregor Lange doch immer wieder, mit dem nächsten Rechtsbruch unsere Aktivisten wieder anzutreiben und auf die Straße zu bringen.

Rechtsbrüche als Motor für nationalen Aktivismus

Tatsächlich sollte in der Folgezeit an solchen Rechtsbrüchen kein Mangel herrschen. Es dürfte sogar in der gesamten Geschichte der Bundesrepublik Deutschland keinen Polizeipräsidenten geben, dessen Behörde während seiner Amtszeit für so viele gerichtlich dokumentierte Rechtsbrüche gegen die Opposition verantwortlich ist, wie Gregor Lange. Das wird sein Vermächtnis sein, das ist es, warum man sich noch lange, lange Zeit an ihn erinnern wird.

Wir können gar nicht mehr zählen, wie oft wir beim Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen vorstellig geworden sind, um den Rechtsbrechern aus der Markgrafenstraße wieder einmal Lehrstunden in Sachen Demokratie und Meinungsfreiheit zu erteilen. Allein die zahlreichen erfolgreichen Verfahren gegen rechtswidrige Demo-Auflagen: Gregor Lange wollte legale Sprechchöre untersagen, Redeverbote aussprechen, Versammlungsorte vorgeben… Er und seine Behörden wollten nationale Demonstrationen so unattraktiv wie möglich machen – glasklare Rechtsbrüche, weil bei jeder Versammlung nur unbedingt notwendige Verbote ausgesprochen werden dürfen, und ganz bestimmt nicht nach eigenem Gutdünken der Polizeiführung.

Doch auch abseits von Versammlungen waren wir immer wieder erfolgreich: Die Kriminalisierung der nationalen Bürgerstreife „Stadtschutz“ wurde genauso abgewehrt wie Ausreiseuntersagungen oder der verrückte Plan, den Nazi-Kiez in Dorstfeld 24/7 mit fest installierten Kameras zu überwachen. Auch vor rechtswidrigen Eingriffen in den privatesten Lebensbereich von Oppositionellen schreckte die Behörde nicht zurück, wenn zum Beispiel Wohnungen illegal gestürmt und Aktivisten grundlos festgenommen wurden, nur weil sie im Nazi-Kiez eben eine Wohnung haben oder dort gerade bei jemandem zu Besuch sind.

Illegale Stürmung der Thusneldastraße 3 im Januar 2024; Bewohner des Hauses und Besucher wurden vom Sicherheitsapparat grundlos festgenommen

Man kann sich vorstellen, wie es für uns jedes Mal ein innerer Reichsparteitag ist, wenn wir wieder mal eine Klage gegen die Dortmunder Polizei gewinnen – und unsere Erfolgsquote beim Verwaltungsgericht dürfte bei locker 80 Prozent liegen. Einzelnen Aktivisten, die abends mit ihrem Laptop im Bett liegen und Klageschriften ausarbeiten, gelingt es immer wieder, eine Behörde mit über 2.500 Mitarbeitern, einem gigantischen Verwaltungsapparat und eigener juristischer Abteilung vor den Gerichten bloßzustellen – wodurch Gregor Lange nicht nur den Ruf eines mehrfachen Rechtsbrechers bekam, sondern auch den eines notorischen Verlierers.

Natürlich gab es auch die Einsätze, die im ersten Moment für den Aktivisten wenig zum Lachen sind: Die Festnahmen, die Gewalt, die Nächte im Polizeigewahrsam. Doch auch so etwas braucht man von Zeit zu Zeit; um seinen Hass aufzufrischen, um zu wissen, dass man auf der richtigen Seite steht und dass es eine Ehre ist, von solchen Leuten gehasst zu werden. So geht auch der Aktivist aus jeder Nacht in der Zelle gestärkt hervor und sammelt neue Motivation für seinen Kampf gegen das volksfeindliche System.

Zwischen Selbstüberschätzung und Realitätsverlust

Während es nach einer Phase der politischen Stagnation während der „Corona-Jahre“ ab 2024 wieder spürbar aufwärtsging und insbesondere viele junge Aktivisten den Weg in die nationale Bewegung fanden, lief in der Markgrafenstraße ein vollkommen anderer Film ab. Immer wieder ließ Gregor Lange über seine Pressestelle Propaganda-Meldungen in die Welt hinaustrompeten, die mit der Wirklichkeit kaum etwas gemeinsam hatten. Die Meldungen wurden immer ausufernder, der Inhalt immer eigenartiger, und für politische Beobachter wurde es immer deutlicher erkennbar, dass hier ein Polizeipräsident eine Art Privatkrieg gegen eine missliebige Gruppierung führt, weil er sein Scheitern auf allen Ebenen partout nicht einsehen will. Legendär ist zum Beispiel seine Aufzählung von Personen aus dem nationalen Spektrum, die irgendwann aus privaten oder beruflichen Gründen aus Dortmund weggezogen sind, was Lange dann allen Ernstes als seinen „Erfolg“ verkaufen wollte – und dabei übrigens verschwieg, dass in demselben Zeitraum mindestens genauso viele Nationalisten aus anderen Städten nach Dortmund hingezogen sind, um hier politisch aktiv zu werden.

Als Langes Verbalinjurien schließlich in dem Phantasma gipfelten, er habe die „rechte Szene“ in Dortmund praktisch im Alleingang zerschlagen, wendeten sich auch viele seiner „Verbündeten“ von ihm ab. Der Inlandsgeheimdienst („Verfassungsschutz“) widersprach energisch und bezeichnete Dortmund als „relevantestes Gravitationszentrum des NS-orientierten Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen“, und auch den lokalen Medien blieb nichts anderes übrig, als darauf hinzuweisen, dass bei Langes mantraartig wiederholten Behauptungen eher der Wunsch Vater des Gedankens ist.

Und da wären natürlich noch diese vielen lustigen Geschichten „nebenbei“, von denen manche bis heute nicht spruchreif sind, aber die wir gut im Gedächtnis haben. Da vergisst zum Beispiel ein Polizist seine Fahrradtasche mit wichtigen dienstlichen Unterlagen auf der Rheinischen Straße, da machen Beamte während einer laufenden Hausdurchsuchung ihrem Ärger darüber Luft, dass sie anstatt Verbrechen zu bekämpfen wieder mal Erfüllungsgehilfe für die politische Agenda des Polizeipräsidenten spielen müssen, oder da klingelt ein ehemals hochrangiger Mitarbeiter des Staatsschutzes privat bei einem Aktivisten und bettelt um Hilfe, weil er keinen Zugang mehr zu seinem Instagram-Profil hat. Pleiten, Pech und Pannen kennzeichnen die Amtszeit von Gregor Lange auf ganzer Linie.

Humorvolle Demonstration gegen die Lügen des Gregor Lange in der Dortmunder Innenstadt, Dezember 2024

Verbittert im Kampf gegen „Jungnationale“

Als die Märchen von der zerschlagenen „rechten Szene“ schließlich nicht mehr haltbar waren – und zugleich Langes Dienstabschied näher rückte –, scheint sich mehr und mehr die Devise „nach mir die Sintflut“ durchgesetzt zu haben; irgendwann war anscheinend alles egal. So wurden zum Beispiel über Monate hinweg nationale Aktivisten und Anwohner in Dorstfeld mit einer „strategischen Fahndung“ belästigt. Mit diesem Vorwand wurden im öffentlichen Verkehrsraum anlasslos Personalienkontrollen und Durchsuchungen angeordnet – „zufälligerweise“ besonders oft im Zusammenhang mit den regelmäßig stattfindenden „Offenen Abenden“ in der HEIMAT-Geschäftsstelle, die Lange wohl besonders ein Dorn im Auge sind.  

Eine „strategische Fahndung“ darf zwar nur unter engen rechtlichen Voraussetzungen und vor allem zur Verhütung von Straftaten von erheblicher Bedeutung durchgeführt werden, doch wie bereits gesagt, irgendwann war wohl einfach alles egal. Als die Maßnahme nach Monaten beendet war, räumte Gregor Lange nämlich ohne jegliches Unrechtsbewusstsein ein, die „strategische Fahndung“ nicht im Einklang mit den Gesetzen zur Verbrechensbekämpfung eingesetzt zu haben, sondern wörtlich „zur Erkenntnisgewinnung in der rechten Szene in Dorstfeld“ – was von der Rechtsordnung nicht ansatzweise gedeckt ist und seinen Ruf als unbelehrbaren Rechtsbrecher in der Stadt nur noch weiter verfestigte.

Als letzte Verzweiflungstat in seinem immer blindwütiger vorangetriebenen Kampf gegen die Opposition ließ er schließlich neben der bereits existierenden „Soko Rechts“ eine zweite Sondereinheit gründen, die „Ermittlungskommission Jungnationale“. Im Anschluss an die Personalienkontrollen junger Aktivisten in Dorstfeld folgte dann der Besuch der politischen Polizei („Staatsschutz“) bei den Eltern, um sie dafür zu sensibilisieren, in was für einem „bösen“ Umfeld sich der Sohn oder die Tochter neuerdings bewegen würden. Doch unsere jungen Aktivisten lachen nur über den verbitterten alten Mann aus der Markgrafenstraße, der ihnen wahrscheinlich am liebsten Stubenarrest verpassen und sie ohne Abendessen ins Bett schicken will. Die Personalienkontrollen lassen sie gleichgültig über sich ergehen, gut gelaunt machen sie Selfies im Polizeikessel, anschließend feiern sie und vernetzen sich bei den beliebten „Offenen Abenden“ im Nazi-Kiez.

Was wir Gregor Lange zum Abschied wünschen

Doch nicht nur im „Kampf gegen Rechts“, sondern auch bei der Kriminalitätsbekämpfung ist Gregor Lange auf ganzer Linie gescheitert. Seine Bilanz nach zwölf Jahren als Polizeipräsident könnte verheerender kaum sein: Mehr als 70.000 angezeigte Straftaten im Jahr 2024 (der höchste Stand seit 2016), die meisten Messerdelikte pro Kopf, den kriminellsten Hauptbahnhof in ganz Deutschland, Menschen werden auf offener Straße regelrecht hingerichtet, in der Nordstadt werden ganz selbstverständlich Drogengeschäfte auf der Straße abgewickelt, orientalisch-afrikanische Jugendbanden geben den Ton an, während Lange seine Untergebenen dazu verdonnert, mit Angehörigen krimineller Clanfamilien Kaffee zu trinken.

Während eine so verheerende Bilanz wie die von Gregor Lange unter normalen Umständen längst zu seiner Absetzung geführt hätte, wurde im NRW-Innenministerium stets die Hand über ihn gehalten, trotz der über viele Jahre immer wiederkehrenden, gerichtlich dokumentierten Rechtsbrüche gegen die Opposition. So kann es eigentlich nur als Ironie verstanden werden, dass das Land NRW zu seiner Ernennung zum Regierungspräsidenten für den Regierungsbezirk Köln schrieb, er stehe für „klare Führung“ und „rechtsstaatliches Handeln“ – denn zum Thema „rechtsstaatliches Handeln“ musste ihm die nationale Opposition unter Zuhilfenahme der Verwaltungsgerichte schließlich immer und immer wieder Nachhilfeunterricht erteilen.

Wir wünschen Gregor Lange zum Abschied in voller Aufrichtigkeit ein langes und gesundes Leben. Wir wünschen ihm, dass er den politischen Umschwung im vollen Bewusstsein seiner geistigen Kräfte miterleben wird. Wir wünschen ihm, dass er auch im hohen Alter verhandlungsfähig bleibt, damit er eines nicht mehr allzu fernen Tages für alle seine Taten rechtsstaatlich und mit der vollen Härte des Gesetzes zur Verantwortung gezogen wird.

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Heimat Dortmund

Thusneldastraße 3

44149 Dortmund

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